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Allein - Lebe den Alptraum | Kapitel 2 |

Der Entschluss Kalt und nass. Ein Tag, an dem man sich nicht aus dem Haus traut, aus Angst dafür den restlichen Tag schlechte Laune zu haben. John saß wie jeden Tag vor seinem alten PC und starrte leer auf den Bildschirm. Ein großen kreatives Loch breitete sich schon seit geraumer Zeit aus und ließen Fliegen aus dem Portmonee fliegen. "Ach, gottverdammte Scheiße", grunzte er, als er eine Idee, die er aufschrieb, wieder löschte. 21:00 Uhr sagte die Uhr. John hatte das Glück immer zur vollen Stunde die Zeit wissen zu wollen. Eine Tischlampe schenkte ihm etwas Licht, leuchtete auf die Tastatur. Neben ihr, ein Glas Scotch. Ein Billiger. John kannte sich damit nicht besonders gut aus, aber er trank gerne einen um sich zu entspannen. Er lehnte sich in seinem Chefsessel zurück, verschränkte die Arme über dem Kopf und seufzte. "Verdammter Bockmist." Fluchen gehörte schon seit ein paar Monaten zu seinem Wortschatz und ließ sich kaum unterdrücken. John sagte seinem Psychologen immer, es sei wie ein Befreiungsschlag, wenn auch nur von kurzer Dauer. Doktor Mitchel war ein älterer Herr, der schon fast 35 Jahre in seinem Beruf tätig war. Man könnte meinen, er hätte John helfen können. Dies war auch Johns Hoffnung, jedoch hielt er ihn eher für verrückt und glaubte ihm nicht. Niemand glaubte ihm, wenn er von den Schatten sprach. Hohn und Spott entgegneten ihn jahrelang. Zwei Mal die Woche muss er jedoch wieder über sie reden, auch wenn er sonst schwieg, vor Scharm. Er lehnte sich nach vorn über, griff nach dem Glas und trank einen Schluck. Kurz verzog er das Gesicht, bevor er den Scotch wieder abstellte. "Das wird nichts", murmelte er. Eine Drehung im Sessel und er stand auf, streckte sich, nach knapp 5 Stunden des Sitzens. Es war eine der wenigen Tage, an dem John nur die Tischlampe anließ. Einer dieser Tage, an dem er sich gern die Kante gab, um sich Mut anzutrinken für die bevorstehende Nacht. Er wankte etwas auf den Beinen, als er in die Küche taumelte, lehnend an dem Türrahmen. Blind tastete er nach dem Lichtschalter und wurde, als er ihn endlich fand, geblendet. Schützend hielt er sich die Hand vor die Augen, bis sie sich an das grelle, stechende Licht der Lampe gewöhnt hatten. Er hustete kurz, öffnete den Kühlschrank und durchforstete ihn mit seinem Blick. "Nichts." Erst jetzt fiel ihm auf, dass er hätte einkaufen sollen, aber der Scotch war teuer. Sein restliches Geld ging dafür drauf. Im Nachhinein betrachtet keine so gute Idee gewesen. Wütend knallte er die Tür wieder zu und lehnte sich nun mit dem Rücken an sie, während er seinen Blick durch die Tür der Küche auf den Schreibtisch fallen ließ. Der Stuhl warf einen langgezogenen Schatten zur Seite und prallte auf die Kommode an der Wand. John spürte bereits jetzt das sein Herz schneller schlug. Fast schon intuitiv fing er an zu zittern und fühlte die Angst in sich aufsteigen. Der Blick blieb gefesselt auf dem Schatten, der sich an der Wand weiter aufbäumte, als würde er wachsen. Johns Atmung wurde schlagartig krampfhaft und zwang ihn im Kopf bis 10 zu zählen, um sich etwas zu beruhigen. Ein Tipp vom guten alten Doktor Mitchel. Er sah zu Boden, weg von diesem Schatten, der weiter wuchs. Fast so groß wie der Schrank neben der Kommode, der bis zur Decke reichte. John wusste, was jetzt passieren wird. Aus Erfahrung - jahrelange Erfahrung, die er lieber nie gehabt hätte. Die Hände vors Gesicht geschlagen, versuchte er an nichts zu denken. ein Versuch, der fehlschlug. Dieses Wesen war überall, wenn es auftauchte. In seinem Haus, in diesem Raum, in seinem Kopf. John sah es überall, wo er hinsah. Er schloss die Augen, er kniff sie zusammen, um sich abzulenken. Versuchte ruhig zu atmen und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Er schrie leise auf, als ihm das Wesen vor seinen Augen erschien. Schreckhaft zuckte er hoch und drückte sich an die Tür des Kühlschrankes, als wollte er sich in ihm verstecken. Die Augen weit aufgerissen starrte er zur Wand, an dem sich dieses Wesen immer näher auf ihn zu bewegte. Deine Statur lässt sich kaum beschreiben, aber das es nicht menschlich ist, wusste John. Er wusste dies schon lange. Ein Mensch, wäre niemals so grausam und hartnäckig. Ein Mensch, würde ihn nicht so quälen. Das stand fest. Mehr musste John nicht wissen. Aber seine Fragen wurden damit jedoch nicht beantwortet. "Was willst du von mir!?" schrie er, während er versuchte, angetrunken und schwankend, aufzustehen. Die Hände stützend hinter sich, am Kühlschrank, schaffte er es und suchte, mit verschwommenen Blick, den Schatten, der plötzlich verschwunden war. Hastig sausten seine Augen im Zimmer umher. "Wo bist du?!" schrie er erneut vor Angst auf, griff nach einem Glas, das auf der Spüle stand und hielt es fest in der rechten Hand. Mit zitternden Knochen und Beinen, wie aus Gummi, tastete er sich an der Wand entlang ins Wohnzimmer zurück. Der Schreibtisch sah aus wie vorher, ohne überdimensionale Schatten und der Angst, die im Raum stand. Fertig mit den Nerven, schaltete er das Licht an und ließ sich auf den Boden fallen. Wütend raufte er sich die Haare, atmete unkontrolliert und schnell. Diese Wesen würden nie verschwinden, soviel steht fest. Sie verschwinden nie, wenn er nicht etwas unternimmt. Keiner glaubt ihm, aber er weiß es. Sie sind da und sie werden nie damit aufhören. Sie werden ihn sein ganzes Leben lang terrorisieren und verfolgen, als sei er ein Serienkiller und die Polizei hinter ihm her. Doch das muss ein Ende haben, denn so geht das nicht weiter. Voller Hass gegen alles und jeden, warf er das Glas gegen die Wand und stieß einen angsterfüllten Schrei aus, ehe er die Augen schloss und auf dem Boden einschlief.
11.9.14 10:44
 
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